DEMOLITION MODE
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Sonntag
05.09.10 - 18:00

Ein längerer Trailer ist das ganze Wochenende beim Hoffest Rooftop zu sehen. (Klickt unten rechts auf das Youtube Symbol für Vollbild!)

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Desktop Wallpaper in 16:9 und Desktop Wallpaper in 16:10 (Links anklicken zum runterladen)

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Laubfrosch Äthertainment – Tu so from Jan David Günther on Vimeo.

Shot on Canon EOS 5D Mark II.

Hna-Artikel-8.1.2010

Extra-Tip-30.12.2009

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Hna Artikel 11.01.2010

Liebe Gemeinde,

nach einem nervigen und extrem anstrengenden 2009 gibt es endlich eine für uns alle erfreuliche Nachricht: Das Grundstück und damit der Fortbestand unserer vielfältigen, jungen Kulturangebote ist gesichert. Heute Morgen um 10:50 fiel der Aktionshammer zu unseren Gunsten. Wir sind jetzt Eigentümer von 2.500 qm allerfeinster Kriegsbaulücke. Das Bangen um den Erhalt von Lolita Bar, Club A.R.M. und Galerie Loyal hat endlich ein Ende.

Möglich wurde dies durch die großartige Gesamtleistung der vielen Aktiven und Unterstützer. Besonderer Dank gilt unseren stets mitfiebernden Gästen und Freunden, denArchitekten vom Sprengwerk, Stadtplaner Prof. Kopetzki, Rechtsanwalt Sven Schoeller,Rein Wolfs von der Kunsthalle Fridericianum, Bona Fide Unternehmensberatung, Familie Greger, den vielen Aktiven der Initiative Junge Kultur Kassel / IJKK, den Demonstranten vor dem Kasseler Rathaus, unserem Team und nicht zuletzt unserem Oberbürgermeister Hilgen, der sich in besonderer Weise für den Erhalt und Ausbau der jungen Kulturangebote im Kulturbahnhofsquartier eingesetzt hat.

Natürlich werden wir unsere beliebten und erfolgreichen Programme auch im nächsten Jahr pflegen und weiterentwickeln. Ab der 2. Jahreshälfte hoffen wir mit einer Sanierung der stark abgenutzten Bereiche beginnen zu können. Da ist aufgrund der Besitzlage in den letzten Jahren einiges liegen geblieben. Klar auch, dass wir den speziellen Charakter des Grundstücks nicht antasten werden, sondern uns auf die Herstellung von Funktion und Sicherheit konzentrieren wollen.

Auf ein besseres 2010! Es fängt ja gut an.
Eure armen, loyalen Lolitas



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HNA Online Link (begrenztes Haltbarkeits Datum)
EXTRA TIP Online Link

Liebe Freunde der Kunst,

nun ist der Schnee bei uns schon fast geschmolzen und hat sich in einen grauen Matsch am Straßenrand verwandelt. Meine Gedanken aber sind da, wo der Schnee jetzt noch hoch und fest ist und die Berge in einem majestätischen weiss erstrahlen lässt.
Ich denke zurück an die ARt onSnow, die vom 12. -19 Dezember im Kleinwalsertal stattgefunden hat und die in den Bergen sicher mehr als nur einen riesigen Eindruck bei den Besuchern hinterlassen hat

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Verantwortlich dafür waren sowohl die großartigen Künstler (Roman Lachner, Won ABC, Hot Cheese Crew, DOG ISK, I ARE UGLY, Steffen Kornfeld, Lorenz Holder, Swanski, Beastiestylez, Casiegraphics, Robert Wilhelm, Funk Food u.v.m) mit ihren Werken, als auch die vielen Besucher und natürlich die Party der Extraklasse. Doch damit nicht genug: während der ganzen Woche ging es mit Ausstellungen, Workshops, Parties und vielem mehr weiter.

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Pünktlich zum Startschuss der ARt on Snow war Frau Holle aus ihrem Winterschlaf erwacht und bescherte dem Kleinwalsertal eine ordentliche Portion Neuschnee. Schon an den ersten beiden Ausstellungstagen konnten sich über 1000 Besucher von der Qualität und Vielfalt der Kunstwerke überzeugen. Und auch die Plätze in den Mal- und Photoworkshops waren heiß begehrt.
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Auch während der ARt on Snow waren die Künstler keineswegs untätig: ob im stillen Kämmerchen oder als Live Performance entstanden täglich neue Kunstwerke. Deutlich spürbar war die gute und interessierte Stimmung die durch Veranstalter und Besucher gleichermaßen verbreitet wurde. In der Snowboard-Szene scheint sich etwas zu bewegen und es herrscht Aufbruchsstimmung sich mit anderen Subkulturen stärker auseinanderzusetzen und zu verbrüdern. Der Berg ruft…

DJ Dieter Funk war am Samstag bei der ARt On Party in der Tanzbar des Casinos produktiv und machte gemeinsam mit dem Hot Cheese Crew Music Squad und etlichen Partywütigen die Nacht zum Tag. Bis in die frühen Morgenstunden wurde der Beginn der ARt on Snow ordentlichst gefeiert.

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Partymäßig ging es bei der ARt Of(f) Party hosted bi Vice Magazine weiter. Bei eisigen Außentemperaturen und mit lecker Banana-Milkshakes der LIBtech Banana-Bar in der Hand konnte sich die Partygemeinde zuerst bei den viel beklatschten Premieren der Snowboardfilme von Oberahoora und Pirate Movie Productions aufwärmen. Danach ging es dann mit DJ Stamina und DJ Tigerstyle so richtig zur Sache. Sowohl an der Bar als auch auf der Tanzfläche kamen dann sogar die eingefleischtesten Kaltblüter so richtig ins Schwitzen.
Sicher ist, dass auch die zweite Auflage der ARt on Snow ein voller Erfolg war. Man darf gespannt sein, wie sich dieses besondere Event, das seines Gleichen sucht, entwickeln wird. Wir freuen uns auf eine Fortsetzung!. Weitere Informationen gibt es unter http://www.artonsnow.com

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für mehr Fotos klickt:

http://www.flickr.com/photos/hotcheesecrew/sets/72157623089395956/

PS.: Einige der nicht verkauften Bilder der ARtonSnow kann man bei der nächsten Hot Cheese Crew Ausstellung in der Galerie Loyal am 16.01.2010 käuflich erwerben.
Wir sehen uns dort im neuen Jahr..

Hna Artikel.

In anderen Städten funktioniert es doch auch.

Gängeviertel gerettet

flaming stars

THE FLAMING STARS : One Lonely Night 2 Song 7″/Alternative Tentacles Records USA 2001 !! Record Number VIRUS 267!!!  

On Jello Biafra’s Label comes this great 7″ by one of the UK’s finest Bands ever / Great Band photo in front of Kassel / Germany’s Lolita Bar as well

Beeilt euch, und kauft diese “wunderbare” EP bei www.eBay.co.uk (oder per direktlink hier!)

Der Klassiker “Bin im Laden” als Wallpaper in 1440×900 Pixeln.

Wer andere Bildgrößen braucht, oder weitere Wallpaper möchte, hinterlässt einen Kommentar!

(Anklicken für Vollbild)

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Hallo, mein Name ist Edward Andrukaniec,

ich bin hin und wieder mal zum Besuch im Arm und finde die Hoffest Aktion richtig cool.
Wollte auch gerne zum Fest, bin dieses Wochenende jedoch verhindert, und hab mir überlegt euch ein kleines Geschenk, als Zeichen des Respekts, nämlich dieses JPEG Bild zu geben. Ich habe das Bild “Kassel Invasion” genannt. Dies hielt ich thematisch für passend.

viel erfolg mfg Edward (DANKE EDWARD!)

Bild anklicken für Vollbild…

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Donnerstag
22.10.09 - 16:00
AUSSTELLUNG
Nicht vergessen!

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Rede des Kasseler Oberbürgermeisters Bertram Hilgen auf der Kundgebung der IJKK.


Interviews mit OB Hilgen, D. Rhiemeier / Kulturamt Kassel,
Demonstrationszug durch Kassels Innenstadt, 07.09.2009,

demobild

Statement   Kassel, 07.09.2009

Als Jugenddezernentin unterstütze ich die Forderungen der Initiative „Junge Kultur Kassel“ zur Förderung und zum Ausbau einer lebendigen jungen Kulturszene.

Die Stadt Kassel setzt sich seit Jahren für die freie Kulturszene und Jugendkultur ein. Beispiele sind das Dock 4, der Rockbunker, der Wiederaufbau der Hall of Fame, die Legalisierung von Graffitiflächen, die Bereitstellung und Ausstattung von Räumen in den Jugendzentren oder auch die Jugendkulturtage.

Ohne Zweifel sind der Club A.R.M. und die Lolita Bar wichtige Ankerpunkte der jungen Kulturszene in Kassel. Es liegt im Interesse der Stadt die wachsenden Strukturen in und um den Hauptbahnhof für eine junge und lebendige Kulturszene weiterzuentwickeln. Städtebauliche, kulturelle und jugendpolitische Herausforderungen sind hier eng verzahnt und bieten das Potenzial und die Chance für eine neue Form des Dialogs von junger Kultur und Stadt. Lassen Sie uns dieses Potenzial kooperativ und innovativ nutzen. Wir brauchen Ihre/Eure Ideen für tragfähige Konzepte und zukunftsfähige Lösungen!

Anne Janz

Stadträtin

DEMO für junge Kultur- 07.09.09 in Kassel!! Klick für Website http://www.www.ijkk.de



Erheb mit uns Deine Stimme…


…für die Modernisierung des Kulturbegriffs

Neue jugendkulturelle Bewegungen und Trends haben in den letzten Jahren zu unerwarteten und überraschenden Verschmelzungen und Überschneidungen von Kunst und Clubkultur, von Theater, Musik, Performance und Freizeitkultur geführt. Diese mögen sich auf den ersten Blick nicht in etablierte Kategorien einordnen lassen, ihre Relevanz für den Kulturbetrieb kann jedoch ebenfalls nicht bestritten werden. Deshalb müssen wir mit den Verantwortlichen der Stadt Kassel und allen Kasseler Bürgern über eine Neudefinition des Kunst- und Kulturbegriffs diskutieren.

…für eine wirksame finanzielle Unterstützung der jungen Kultur

durch die documenta-Stadt Kassel

Kassel darf seine jugendkulturellen Bewegungen nicht ausblenden! Jahrzehntelang hat die Hochkultur von massiver finanzieller Unterstützung einseitig profitiert. Wir fordern jetzt eine gerechte Verteilung des Kulturetats auch zugunsten der jungen Kultur Kassels. Weiche Standortfaktoren sind ein wesentlicher Bestandteil der wirtschaftlichen Entwicklung und der Lebensqualität einer Stadt. Diese müssen auch für junge, kreative Mitbürger gesichert und ausgebaut werden, um deren Potential für die Zukunft der Stadt nicht an andere Metropolen zu verlieren.

…für die Einrichtung einer Schnittstelle zwischen Kulturamt und

jungen Kulturschaffenden!

Ein engagierter und fester Ansprechpartner bietet u.a. professionelle Unterstützung bei der Fördermittelakquise, berät und vermittelt bei der Realisierung junger Kulturprojekte. Der direkte Kontakt zum Kulturamt und den Entscheidungsträgern führt zu schnellen Entscheidungsprozessen.

…für eine Aufwertung des Quartiers rund um den Kulturbahnhof durch

Vernetzung und Ausbau vorhandener Strukturen!

Wir fordern die Stadt Kassel auf, zusammen mit den vorhandenen und potenziellen Kapazitäten ein vernetztes Quartier-Management zu entwickeln. Die Gegend um den Hauptbahnhof kann zum lebendig schlagenden Herz der neuen Kasseler Kulturszene werden und zu einem Aushängeschild für die Stadt Kassel mit überregionaler Strahlkraft auch zwischen den documenta-Ausstellungen!

…für ein Haus der jungen Kultur Kassels!

Wir fordern die Stadt Kassel auf, ein festes Haus angemessener Dimension zur Entfaltung junger Kultur- und Kunstformen einzurichten und dauerhaft finanziell zu unterstützen. Dieses steht jungen Künstlern, Musikern, Filmern, Theaterleuten und anderen Kreativen für Veranstaltungen, Werkstätten, Ateliers, Übungsräume usw. zur Verfügung.


Unterzeichne auch bis spätestens 6.9. unsere Online-Petition. Die gesammelten Unterschriften wollen wir während der Kundgebung am Rathaus überreichen! – JEDE STIMME ZÄHLT!


www.PetitionOnline.com/armloli

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schoenfueromi

Ralph Raabe (rechts) und Dirk Wachholder, Betreiber der Kasseler Lokalitäten ARM, Lolita-Bar und Co. Archivfoto: Schachtschneider

“Die Stadt Kassel eiert rum”

Ralph Raabe und Dirk Wachholder im Interview über die Lage von ARM, Lolita-Bar und Co.

Kassel. Die Aufregung um die Zwangsversteigerung hat sich scheinbar gelegt in der Werner-Hilpert-Straße 22. Doch Ralph Raabe und Dirk Wachholder, die Betreiber von ARM, Lolita-Bar und Co., suchen intensiv nach einer Lösung für den Fortbestand ihrer Lokalitäten.

In Briefen, E-Mails und in einer Petition haben sich mehrere tausend Menschen für den Erhalt von ARM, Lolita-Bar und Co. ausgesprochen. Wir haben mit Raabe und Wachholder über die Situation gesprochen.

Herr Raabe, Herr Wachholder, wie ist der Stand? Sind ARM, Lolita-Bar und Co. noch gefährdet?
Ralph Raabe: Die Lage bleibt weiterhin total ungewiss. Wir hatten eine kurze Atempause, aber die Eurohypo will das Grundstück nach wie vor zwangsversteigern. Der nächste Termin ist Anfang kommenden Jahres. Wenn das Grundstück dann in andere Hände fällt, könnte für uns nach der dreimonatigen Kündigungsfrist Schluss sein.
Dirk Wachholder: Einen vergleichbaren Ort werden wir in Kassel nicht finden.

Warum kaufen Sie nicht selber?
Raabe: Das haben wir versucht. Aber wir bekommen keine Finanzierung. Alle Banken, mit denen wir gesprochen haben, halten sich vornehm zurück.
Wachholder: Angesichts der mäßigen Lage des Grundstücks und des erheblichen Sanierungsstaus sind die Preisvorstellungen der Eurohypo vollkommen überzogen. Da winken die Banken ab.

Werfen ARM, Lolita-Bar und Co. denn nicht genug ab?
Wachholder: Trotz der guten Entwicklung der letzten Jahre konnten wir keine größeren Rücklagen bilden. Mittlerweile arbeiten auf dem Gelände über 60 Menschen.
Raabe: Die meisten davon als studentische Aushilfen, die sich bei uns das Geld für ihre Studiengebühr verdienen. Ab August sind wir Ausbildungsbetrieb. Außerdem gibt ungefähr 40 junge Künstler verschiedener Genres, die unsere Räume als Basis nutzen.

Oberbürgermeister Bertram Hilgen und Stadtbaurat Norbert Witte haben sich auf dem Grundstück umgesehen. Was hat die Stadt gemacht?
Raabe: Kurzfristig hat der OB ein gutes Wort bei der Eurohypo für uns eingelegt. Was sie außerdem tun wollen, hat man uns bis heute nicht beantwortet. Sie haben sich eine Bedenkzeit erbeten.

Läuft die Bedenkzeit noch?
Raabe: Eigentlich ist sie abgelaufen. Wir haben mehrmals im Rathaus angerufen. Richtige Antworten haben wir nicht erhalten. Die eiern rum. Wenn man uns sagt, dass die Stadt nichts machen will, können wir damit besser umgehen, als wenn uns die Stadt am langen Arm verhungern lässt. So haben wir wertvolle Zeit verloren.

Was müsste passieren?
Wachholder: Wir hätten uns eine Bürgschaft von der Stadt gewünscht. Bei anderen Kulturprojekten hat die Stadt ja auch so geholfen.

Gute Nachrichten gab es noch nicht? Hat der Kampf denn auch etwas gutes gehabt?
Raabe: Auf jeden Fall. Wir haben gesehen, dass einige 1000 Menschen hinter uns stehen. Das hat gut getan. Außerdem ist die Initiative Junge Kultur Kassel entstanden. Rechtzeitig vor der Bundestagswahl planen wir eine größere, gemeinsame Aktion.
Wachholder: Damit soll klar werden, dass es nicht nur um uns geht, sondern dass es junge Menschen in Kassel schwer haben. Letztlich geht es um die Lebensqualität in dieser Stadt, es geht um das, was Politiker gerne als weiche Standortfaktoren bezeichnen.
Was bedeutet die Situation für Sie beide persönlich?
Raabe: Mein ganzes Leben ist mit diesem Grundstück verbunden. Ich arbeite und lebe hier. Insofern empfinde ich die Situation schon als Bedrohung.

Haben Sie schon daran gedacht aufzugeben?
Raabe: Nee, noch sind wir guter Dinge und hoffen, dass es eine Lösung geben wird – wie und wann auch immer die kommen wird.

Zur Person – Die Betreiber von ARM, Lolita-Bar und Co.

Ralph Raabe und Dirk Wachholder stammen gebürtig aus Kassel und sind 43 Jahre alt. Nach verschiedenen Jobs und Arbeitslosigkeit haben sie 1993 zusammen die Lolita-Bar an der Werner-Hilpert-Straße eröffnet. In den folgenden Jahren machten sie auf dem Grundstück weitere Lokalitäten wie den Bomber Harris’ Garden auf.

Seit 1998 betreibt Raabe zudem den Club ARM, was für Arbeitskreis Rhytmussuchender Menschen steht. 2002/2003 ist er letzter Betreiber des Hotels Reiss gewesen. Ralph Raabe arbeitet als freischaffender Künstler, ist ledig und hat einen Sohn. Dirk Wachholder, genannt Bob, betreibt heute die Lolita-Bar und ist ledig.

Von Claas Michaelis
Die Reaktion des Seniorenbeirats der Stadt Kassel: antwort_kassel_omi.png

FAZ: Kunst an vergessenen und unbekannten Orten

Von Claus Peter Müller, Kassel – Url des Artikels: http://www.faz.net/s/Rub8D05117E1AC9…15. Juli 2009

Die Szenerie bildete den idealen Drehort für einen „Tatort“. Am Rande eines Gewirrs von Gleisen, auf denen keine Züge fahren, lockt das überlebensgroße Bild einer hübschen, jungen Frau in eine finstere Halle, die erst auf den zweiten Blick als Sportstätte zu erkennen ist. Die Frau ist blond, wirkt zart und ist weiß gekleidet. Stumm steht sie auf der Leinwand. Vor ihr hängt ein Boxsack. Gibt es einen Zusammenhang zwischen Sack und Frau? Und wenn ja, welchen? Auskunft gibt nur ein Versuch.

Trifft die Faust den Sack, taumelt die Frau wie getroffen auf der Leinwand. Je nach Härte und Fortsetzung der Schläge stöhnt die Frau. Sie schreit, sie fällt, sie blutet. Sie wehrt sich nicht, sie steht geschunden wieder auf, sie taumelt nach einem weiteren Schlag abermals. Nach einem letzten Schlag stürzt sie. Sie stirbt nicht, aber sie regt sich nicht mehr. Alles vollzieht sich im öffentlichen Raum.
„Hit me“ heißt diese Arbeit von Labelle Imira, die in Berlin an der Universität der Künste studiert hat, ihre Meisterarbeit aber bei Joel Baumann an der Kasseler Kunsthochschule vorgelegt hat. Sie ist eine jener Kasseler Kunststudenten, die gegenwärtig ihre Stadt besetzen. An 22 Orten zeigen die Absolventen dieses Jahresgangs der traditionsreichen Kunsthochschule bis zum 18. Juli ihre Abschlussarbeiten.
Es sind Studenten der freien Kunst, der visuellen Kommunikation, Produktdesigner, Kunstpädagogen und Kunstwissenschaftler, die eine nur schwer zählbare Fülle von Werken an bekannten und mit einigem Anspruch ausgestatteten Orten zeigen wie dem Fridericianum, der Documentahalle oder dem Südflügel des alten Hauptbahnhofs, dem heutigen Kulturbahnhof, der auch schon Ausstellungsort der Documenta war.
Die Studenten nutzen aber auch alltägliche Ausstellungsorte und widmen sie zu Orten der Kunst um, wie Schaufenster in Waren- oder Modehäusern. Sie führen die Kasseler, die sich darauf einlassen, an entlegene, an vergessene und unbekannte Orte der Stadt, und sie schaffen neue Orte, wie den blaufarbenen Ausstellungskubus an der Straße mit dem Namen „Schöne Aussicht“, welche die Hangkante der Stadt zur Karlsaue markiert. Sie haben den Kubus aus vorgefundenen Materialien errichtet, um darin Bilder und Installationen zu zeigen.
Schließlich laden die Studenten die Besucher zum „Spaziergang 2009“, führen ihre Gäste zu ausgesuchten Orten, erläutern die Arbeiten und vermitteln Gespräche mit den Examensabsolventen. Allein schon die Öffnung der Hochschule, die sich abseits der Stadt mit ihrem Standort an der Karlsaue über Jahre selbst genug war, ist ein unermesslicher Gewinn für Kassel und die Universität. Die Hinweise der Studenten auf die unbekannten Orte sind wiederum für die Bürger und Besucher ein Gewinn. Wer sich auf den Spaziergang einlässt, wird die Stadt, die Hochschule und die Studenten mit anderen Augen sehen.
Verschränkung von Realität und Virtualität
„Hit me“ entstand aus der Leidensgeschichte der Künstlerin Imira und ihrer siebzehn Jahre alten Hündin. Als der Hund erkennbar alt und krank geworden war, redeten Passanten und Bekannte auf die Hundehalterin ein, sie solle den Hund einschläfern lassen, ihn nicht mehr quälen, seinem Leben ein Ende setzen. Die junge Frau bekannte sich aber zu ihrem Tier auch am Ende seiner Tage. Sie blieb den Menschen gegenüber stumm, erwiderte nicht, was sie empfand. Sie ertrug die Ratschläge, Vorwürfe und aggressiven Angriffe, die sich im öffentlichen Raum auf sie entluden. Aber sie litt. Jeder Hinweis eines Dritten auf das Leiden des Hundes vergrößerte ihren Schmerz.
Ihr Leiden war die Grundlage ihrer Meisterarbeit. Über ein halbes Jahr zeichnete sie Videosequenzen auf, in denen sie taumelte, stürzte, schrie, stöhnte und blutete. 800 Sequenzen bilden das Datenmaterial, aus denen der Computer auf jeden Schlag die passende Reaktion kombiniert. Wie beim Gassigehen mit dem Hund wehrt sich Labelle Imira nicht. Ihre Erfahrung ist, dass Frauen fester, härter, länger und vielfach auch mit Freude zuschlagen. Männer lassen meist sogleich vom Boxsack ab, wenn sie bemerken, dass sie verletzen, empfinden Scham und Schuld, wenn sie erkennen, was geschieht.
Das ist Kunst, die jeder versteht, die kaum einer Erklärung bedarf. Sie verbindet Schauspiel und Film, das Leben mit der Leinwand. Sie zwingt zur Selbstreflexion, sei es in der Halle vor dem Boxsack oder bei der nächsten Begegnung mit einem leidenden Menschen, den der ungebetene Ratschlag wie ein K.o.-Schlag innerlich zu Boden gehen lässt. In einem Hinterzimmer der alten Turnhalle am Hauptbahnhof dokumentieren Philipp Teister und Kim Asendorf, wie sich Realität und Virtualität im Alltag verschränken. Auch ihre Kunst ist ein soziales Projekt. Sie halten den Menschen den Spiegel vor. Im Internet schufen sie zwei „Accounts“, zwei Zugänge zu Skype, einer Möglichkeit, sich weltweit in Bild und Ton mit Mikrofon und Kamera, aber auch mit Kamera und Schriftverkehr von Computer zu Computer auszutauschen. Sie schufen die Accounts der realiter nicht existenten „Sonja und Silke“ und zeigten sich – als junge Männer – selber nicht. Die Partner im Netz kamen schnell zur Sache, fragten Sonja und Silke sogleich nach Sex.
Kunst und Toleranz in der Lolita-Bar
Für die Künstler ein Beweis, dass es im Netz keine Hemmschwellen gebe, ohne die das wirkliche Leben niemals funktionierte. Die Künstler dokumentieren die Korrespondenz, welche die Skyper mit Sonja und Silke führten, und sie zeigen, was die Gesprächspartner von Sonja und Silke währenddessen filmten, nämlich Männer, die ihre Hosen öffneten und sich selbst befriedigten, während sie in vielfach schlechtem Deutsch ihre Botschaften an Sonja und Silke sandten. Zerbrechlich und glasklar wirken die Fotografien von Sebastian Isacu in einem Ladenlokal im Kulturbahnhof. Isacu hat in einem Düsseldorfer Keramikmuseum die Scherben von Taubendieb und Pfeifer, zwei Porzellanfiguren, fotografiert. Unter der Last der beiden Figuren war ihre Vitrine in einer Nacht ohne das Zutun Dritter zusammengestürzt. Die harten, spröden Figuren zerplatzten am Boden. Der Fotograf recherchierte ihre Geschichte.
Die Figuren stammen aus einer Manufaktur beim thüringischen Rudolstadt. Sie wurden in den 1920er Jahren nach Vorlagen aus dem Rokoko gefertigt. Ihr Modelleur, Hogo Deisel, hatte im Ersten Weltkrieg den rechten Arm verloren. Er musste sein Handwerk fortan mit links beherrschen. Nach der Wende stürzte die Porzellanindustrie in Thüringen in sich zusammen wie die Vitrine im Museum. Junge Männer, so alt wie der Modelleur im Krieg, verkleiden sich unterdessen in Rudolstadt im Stil des Rokoko, um Touristen auf die heimische Porzellankunst hinzuweisen. Auf Isacus Bildern wirken die jungen Männer mit ihren Perücken fragil wie die zersprungenen Figuren.
Zu einer Stadtrundfahrt im Stehen laden Felix Ott und Ben Brix in ihren Wohnwagen im Südflügel des Hauptbahnhofs ein. Ott studiert auch Choreographie in Berlin. Er beschäftigt sich mit der Schaffung von Bewegung, ohne sich zu bewegen. Die Künstler fuhren mit einem Auto durch Kassel und filmten 35 Minuten lang, was sie durch die Frontscheibe, die Rückscheibe und die beiden Seitenscheiben sahen. Nun projizieren sie synchron diese vier Filme von außen auf die Front-, Heck- und Seitenscheiben des Wohnwagens. Im Wohnwagen entsteht die Illusion von Bewegung, während das Fahrzeug irritierend still steht. Die Straßenszenen wirken in den Fensterrahmen des Wohnwagens eben wegen ihrer Rahmung wie ein bewegtes Bild, wie inszeniert.

Ein Muss ist der Besuch der Lolita-Bar, der Galerie Loyal und der darunterliegenden Katakomben an der Hilpert-Straße, die vor dem Bahnhof abwärts führt. Es ist eine heruntergekommene Gegend mit zugeklebten Fenstern, die auch schon einmal Einschusslöcher zeigen. Hier gibt es Drogen, Alkohol, Wohnungslose und Prostitution. Die Studenten aber haben diesen Ort umfassend umgewidmet zu einem Ort der Kunst, aber auch der Toleranz. Besucher müssen sich nicht fürchten. In einem Gewölbe, das einst ein Weinlager war, präsentieren die Studenten ebenso ihre Werke, wie sie oben im Raum 4 der Lolita-Bar stets neue Kunst entstehen lassen.
Von 10 bis 18 Uhr stehen täglich Künstler vor einer mehr als zwei mal drei Meter großen Leinwand und malen ohne Unterbrechung. Der eine greift auf, was der andere begonnen hat, setzt es fort und verändert es. Das Gemälde, in dem klassischerweise ein Augenblick erstarrt ist, wird durch die Arbeit ständig wechselnder Künstler lebendig. Im Abstand von drei bis fünf Minuten fotografiert eine Kamera das Bild. Wenn die Momentaufnahmen aus drei Stunden gesammelt sind, werden die neuen Aufnahmen an eine Videoschleife angehängt, welche das Ursprungsbild und seine Metamorphose bis zum jüngsten Augenblick zeigt. Dieser Videoloop, die immer länger werdende Endlosschleife, wird ins Fridericianum übertragen und dort unter dem Titel „The Wigglin Wallpaper“ gezeigt.

Die Ausstellung ist bis Samstag, 18. Juli, geöffnet. Weitere Informationen unter www.spaziergangkassel.de

Text: F.A.Z.