DEMOLITION MODE
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Klein, aber fein: Während der gemeine deutsche Biertrinker noch allabendlich auf eine grasgrüne Mattscheibe glotzt, auf der 22 bunte Strichmännchen einer Lederkugel hinterher stolpern, sind stolze Bürger viel sportlicher aktiv. Rund um eine große Platte laufen sie kleinen Kugeln aus Zelluloid hinterher – daraus bestehen Tischtennis-Bälle.

 

Ohne das Nachtleben-Vergnügen zu vernachlässigen: Black Light Ping Pong wird bei Schwarzlicht zur Geisterstunde gespielt – wie etwa am vergangenen Freitagabend. Inklusive pulsierender Beats, stimulierender Drinks und delikater Deko an den Wänden, die maximales Ballgefühl und Reaktionsvermögen hervorkitzeln.

 

Rundlauf wie Reise nach Jerusalem

 

Damit möglichst viele mitmachen können, praktizieren die Schwarzlicht-Spieler im ARM „Rundlauf“. Läuft wie die „Reise nach Jerusalem“ ab: Alle flitzen im Kreis herum, und wer seinen Einsatz verpasst, fliegt raus.

 

Wird auch „Chinesisch“ genannt, was eigentlich gar nicht passt: Die sonst so kollektivistisch gesinnten Schlitzaugen schätzen beim „Ping Pang“, wie Tischtennis dort heißt, den Kampf von Mann gegen Mann oder Frau gegen Frau – mit spektakulären Schmetterbällen.

 

110 Millionen Bälle jährlich für China

 

Dabei hält das Reich der Mitte alle Rekorde: 300 Millionen Spieler sollen dort regelmäßig trainieren – vermutlich mehr als in der restlichen Welt zusammen. Eine einzige Fabrik fertigt dort jährlich 110 Millionen Bälle an; nur für den heimischen Bedarf. Und der „Große Vorsitzende“ Mao Zedong organisierte einst das größte Turnier der Welt; dabei traten 350.000 Teilnehmer gleichzeitig gegeneinander an.

 

So populär wird Black Light Ping Pong im ARM wahrscheinlich nie werden. Dafür hat es zwei unschlagbare Vorteile: Es wird gespielt, wenn Leistungssportler längst schlafen gegangen sind. Und die Spiel-Termine laufen regelmäßig weiter – auch nach der Fußball-EM.

 

Hier seht Ihr packende Szenen im Kampf um den Ball:

 

Veröffentlicht am: 25.06.2012