DEMOLITION MODE
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Es war eine schwere Geburt – ähnlich schwierig, wie Ananas in Alaska züchten zu wollen. Wer in den letzten Tagen am Laden-Lokal zwischen Galerie Loyal und Lolita-Bar vorbeikam, das früher einen Döner-Imbiss beherbergte, dürfte sich gewundert haben: Handwerker im Blaumann nagelten Holz-Bohlen an die Fassade, verlegten Parkett und installierten Abluft-Schläuche. Noch 24 Stunden vor der Premiere sah es dort aus wie auf einer Groß-Baustelle.

 

Doch das Bürgerstolz-Team ist dafür bekannt, Unmögliches sofort zu erledigen – nur Wunder dauern etwas länger. Während am Freitagabend ab 21 Uhr die ersten Gäste in die Galerie Loyal strömten, wurden nebenan noch Wasserleitungen installiert und Flaschen-Regale angebracht. Gegen 23.30 Uhr war es dann soweit: Die Club-Bar „Glück verheißende Wiese“ öffnete ihre Pforten.

 

“The Feminists” singen Geburtstags-Ständchen

 

Dieses epochale Groß-Ereignis musste natürlich gebührend gefeiert werden. Wir haben weder Kosten noch Mühen gescheut und die legendären „The Feminists“ eingeflogen. Die sagenumwobene Combo aus Berlin-Friedrichshain darf sich mit Fug und Recht die wiedergeborenen MC5 nennen.

 

Die Feministen spielen den wüst-orgiastischsten Schweine-Rock westlich von Wladiwostok. Alles in Damen-Unterwäsche und mit Paganini-E-Geige, während Frontmann Sam Dale als Rampensau das Publikum anbalzt – dagegen war der junge Iggy Pop ein bettnässender Klemmi im Stimmbruch.

 

Massen-Orgasmus beim “Intergalactic Gangbang”

 

Es dauerte keine halbe Stunde, bis „The Feminists“ die bislang halbleere Galerie mit den üblichen Bar-Fliegen am Tresen in einen kochenden, tobenden Hexenkessel verwandelt hatten. Renommierte Wichtig-Künstler aller Kontinente, die vor der lahmen documenta-Eröffnungsparty im Kultur-Bahnhof flohen, frönten hier dem Freestyle-Pogo, als gäbe es kein Morgen…

 

Gegen drei Uhr war der Spuk vorbei. An den Turntables lenkte Julian Theis mit dem Besten aus den 70er, 80er und 90er Jahren die Tanzwut in gesittetere Bahnen. Und ab vier Uhr waren wieder die üblichen Bar-Fliegen unter sich. Falls Ihr den kollektiven Massen-Orgasmus zum Monster-Hit „Intergalactic Gangbang“ verpasst habt, müsst Ihr Euch nicht grämen…

 

Ralph war von „The Feminists“ so angetan, dass er sie sofort wieder anheuerte. Auf baldiges Wiedersehen – hier könnt Ihr euch ein achtminütiges Video-Medley ihres Konzerts mit den wildesten Szenen im Saal anschauen (entschuldigt bitte die schlechte Klang-Qualität: „The Feminists“ sind zu stark für das schwachbrüstige Mikro meiner Digicam)!

 

Veröffentlicht am 09.06.2012