Die Moderne Welt (Hannover) Matthias Witzke aus Hannover strickt knarrzige Computermusik, quasi Tanzteppiche aus 4/4-Discomaschen, an den Rändern meist fransig. Manchmal fügt sich dem ganzen ein Gesang mit Schmelzmelodien, etwas naiv, dafür aber immer schnell und sofort genießbar. Das Ein-Mann-Unternehmen für ihre Systembetriebsfeier veröffentlichte 2007 auf Musikfladen eine Splitsingle und tourte bereits mit Flo Fernandez, Sputnik Booster & the Future Posers und Ben Et Bene. Nicht nur der auf der Hit „S-Bahn fahn“ ist extrem tanzbar, auch die an Mr. Oizo und Minimalelektro erinnernden anderen Songs verbreiten enorme Partylaune. Weitere Infos: www.myspace.com/diemodernewelt
Naomi Sample & the Go Go Ghosts (Lüneburg) Die Lüneburger Anarcho-8-Bit-Popper vom Label Musikfladen haben sich im Laufe der letzten fünf Jahre durch Deutschland gepöbelt und mit einem Augenzwinkern jedes gängige Bühnenklischee sowohl bedient als auch im selben Atemzug zunichte gemacht. Wo Timmo, Nolde Royal und Naomi Sample, die wohl unhomogenste Band der Welt, auftreten, herrscht nicht selten der Ausnahmezustand. Ob Feuerwerkskörper, Bierschlachten, nackte Tatsachen oder Witze auf unterstem Niveau, die Kasper aus Norddeutschland sind sich für kaum einen Scherz zu schade. Nicht selten trägt sich dies aufs Publikum über und dann versöhnen sich für gute 40 Minuten Punker, Popper, Raver und Rocker zur grenzenlosen Feierei. Weitere Infos: www.naomisample.de
Bubi Elektrick (Hamburg) Der Superheld und die Elektro-Kurzweil-Maschine Bubi Elektrick kommt von einem fernen Planeten. Sein Wesen besteht zu gut zwei Dritteln aus Pampe und kommt mit Kostüm, Laserschwert und Kapitänsmütze auf die Bühne. Dort performt er in seinen kurzen und prägnanten Shows nur Hits wie „Spiel die Gitarre“ oder „Herz aus Scheiße“, die im November 2009 auf seiner Debut-EP erschienen sind. Weitere Infos: www.myspace.com/bubielektrick
gwEm (London) Der Vollnerd von der Insel erinnert visuell an eine Mischung aus Bill Gates und Lemmi von Motörhead. Auch seine mit dem Atari und diversen 8-Bit-Trackern gebastelte Musik verspricht Widersprüchliches, was auf der Bühne aber plötzlich einen totalen Sinn macht. So schafft gwEm es, Techno ala Scooter mit dreckigen Gitarrenriffs und 8-Bit-Sounds mit Rapeinlagen zu verbinden, ohne dass dabei der rote Faden verloren geht. Wenn der schlaksige Alleinunterhalter sich die Brille zurecht rückt, den Metalgruß macht und dann mit quäkiger Stimme fragt: „Can you feel the darkness tonight?“, fühlt man sich einerseits gut und lustig unterhalten, traut sich ob der eindrucksvollen Bühnenpräsenz aber nicht, hämisch zu lachen, sondern zollt Respekt und fühlt ein wenig ehrfurcht. Denn vielleicht, ja vielleicht meint er es ja doch ernst und steht mit dem Teufel im Bunde. Weitere Infos: www.myspace.com/gw3m


























